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Christopher 1

Christopher hat sehr viele und sehr schöne Gedichte geschrieben, am
liebsten würde
ich euch, ihr Liebhaber schöner Gedichte, alle
wiedergeben. Geht aber nicht, da es
einfach zu viele sind, daher
noch eine kleine Auswahl.
Lebensdinge
Ich klage nicht, ich frage nicht;
ich kenne nicht die Sorgen -
vielmehr scheint es, huldige ich
dem schönen Sommermorgen.
Die blaue Luft, den grünen Klang,
den silbergrünen Glitzer,
ein Sternenmeer am Himmelszelt? -
ein Sternenmeer Beschützer!
Und voller Freude voller Tat,
mit allem was wir geben;
ist all die Liebe, all das Glück
der Sinn in diesem Leben.
Ungestörte Zweisamkeit
Der Wind wirkt herbstlich, so die Luft
geschwängert von der Sonne,
ein blauer Himmel, wolkenweiß,
ach lauer Märchentag, ich komme!
Am Flusse sitzen, ungeliebt,
dereinst - die Wellen treiben,
ich weiß nicht recht, wer sie bewegt,
die Blätter stillesanft - sie schweigen.
Doch Atem flüstert, immer mehr,
ist er leider nicht der meine,
wer die Worte wiederholt, spricht
nicht die des Windes, sondern seine.
So schweige still und singe nicht,
ich mag dich nicht betören,
bei alledem, mach mich verrückt -
in deinem Traum will ich nicht stören.
Wer seid ihr?
Macht ihr den Himmel so golden –
Wer seid ihr, mich zu bestimmen?
Wer schafft die Tage, die holden?
Ich wage nicht zu entrinnen
Lässt du den Regen uns fallen –
Wer wagt es mich zu betören?
Ist's Gott? Teufels Gefallen?
Ich wage nicht zu beschwören.
Schwebst auf Wolken, schwebst am Boden,
wagst du es mir zu begegnen?
Wohnst am Himmel, selig droben,
tief unten auf Höllenwegen?
Wer bist du, der mich betöret,
und gar so innig beschwöret?
Ein Gott, der die Welt einst gebar,
Teufel; der sich fortan besah…?
Leichte Ahnung
Von allen Sternen dieses Himmels
in allen Meeren dieser Welt,
aus allen Wellen der Gezeiten
mit jedem Wort, das von dir fällt.
Durch jede Antwort aller Fragen
und allen Stimmen dieser Nacht
jeder Berührung deiner Hände
jedes Wunder; das vollbracht.
Mit allen Ahnungen der Liebe
und jeder Leichtigkeit des Seins;
in allen Lichtungen der Taten
diese Trunkenheit des Weins.
Aus allen Schatten aller Nächte
spricht der Wind die sanfte Warnung;
und dennoch scheint es meinem Herzen
hat es davon keine Ahnung…
Eine Frage der
Sinnlichkeit
Wer gab dem Wasser diese Wellen,
wer gab den Farben ihren Klang?
Wer gab dem Regen seine Stimme;
gab der Prinzessin ihren Rang?
Wer gibt dem Himmel deine Augen
und hüllt das Licht in ihren Schein?
Wer schenkt den Sternen ihren Schimmer,
wessen Blick lässt mich nicht allein?
Bei wem vergisst mein Mund das Atmen,
welche Musik ummalt die Nacht?
Wessen Lippen berühren die meinen,
wie heißt der Engel meiner Wacht?
Welche Frau stellt sich den Gezeiten
und friert sie ein, die Sekunden?
Durch wessen Zartheit jener Küsse
scheinen Monate wie Stunden?
Selbst wenn du schwörst du wärst die jene;
es bricht nicht an der Liebe Zeit.
Versprechen? Nein! Denn es ist alles:
Eine Frage der Sinnlichkeit...
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Eine Frage der Ansicht
Rote Sonnen, die wir wollen,
blaue Wolken, die wir seh'n,
laue Liebe, die wir leben,
fremde Zeichen - wir versteh'n.
Weite Tage, lang und mächtig,
schwarz die Meere, tief und schwarz,
große Augen, tief, liebprächtig!,
so man es uns glauben mag.
Diese Ferne, diese Enge,
nichts willst du - nichts, mir beschreib'n,
das Meer endlos, luftenähnlich -
lass uns stillesanft hier treib'n.
Lass die Nächte, wie die Tage,
Zweckmittel von beidem sein,
Hand gehalten, ohne Frage,
Wort gehalten - wir allein
Meine Zeit
Wenn ich kaum auf Wasser gehe;
wo die Luft mich atmen lässt;
und ich auf den Sternen stehe,
als die Sehnsucht mich verlässt.
Wo die Sache mit den Träumen,
eine eigene Sache ist;
und das Flüstern in den Bäumen
mir vertraut; es mich erpicht.
Die Gefangenschaft der Liebe?-
Ach, es ist mir eine List,
wenn die Stimme der Triebe
eine Liebesstimme ist.
Wenn die Augen, doch geschlossen,
als Künstler mich bemalen;-
wie weißes Papier; entschlossen
zur Wahrheit, der Totalen.
Und alle unsere Taten,
doch nur in der Nacht passier'n,
wir alle Liebe, Dukaten,
bei Tagesanbruch verlier'n.
Und während man sich doch nur sonnt,
zähl' ich das Heer der Schafe,
denn ich sage dir, es kommt
meine Zeit, wenn ich schlafe…
Lebendige Luft
Die Wolken zieh'n so sanft hinüber,
ich frage mich wer sie befreit;
aus dem Gefängnis der Bewachung
in blauer, ewiger Gezeit.
Alsdann bestimmt folge ich ihnen
auf ihrer Reise durch die Luft;
die Wunder soll der Himmel wirken
mit Sonnenklängen Frühlingsduft.
Und während sich die Bäume neigen
wandle ich in deinen Händen;
die Meeresbrise streichelt mich
und strandet an den Stränden.
Und schließlich als die Nacht mir dämmert
blicke ich der Himmel Sterne;
sie gleichen mir - wie deine Küsse -
den Regenbögen der Ferne.
Die Lüfte
Es ist ein Akt Gemächlichkeit,
tief geboren, hoch empor;
besteht die Gabe; weiß ich nicht,
wessen Glanz ich mich erkor...
Aus den Blättern sollen fallen;
aus den Wolken sich erheben;
mit jedem Donner; fürchterlich;
die Lüfte sollen erbeben.
Genug der Worte; lass es raus;
lass die Welt der Wanderer;
verschone mich mit den Lüften; -
denn ich bin ein Anderer...
Ach Idylle
Ach Idylle, hör' mich singen,
wortbegnadet, alles scheint
wie märchenhaft, so wunderbar,
ob die Stimme mit mir weint.
Denkst du wohl, es würde helfen
wär'n die Worte wie die Luft;
glaubst du denn, es würde reichen,
hier, im steten Frühlingsduft?
Was würden Nächte alles richten,
wenn Tage nicht nur schwiegen;
ach Liebes, was wüsste Gott, wenn
er wüsste, was wir trieben ...
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Abschließend noch meine liebste
Kurzgeschichte, welche ebenso schön ist wie seine
Gedichte. Könnte
man unter das Thema stellen: "Wie erkläre ich einem Kind die Welt?"
Warum Glühwürmchen leuchten

Sternenklarer Nachthimmel, vom weißen Schleier des großen Giganten
sanft in ein
zartes Blau getaucht. Obwohl sich bereits einige
Regentropfen auf ihrer Reise weg von
Engelsgesichtern zum reinen Steinboden befinden, wird die Stille der
Nacht von zwei
Sternenjägern unterbrochen.
"Papa, warum leuchten denn die Glühwürmchen?"
Er beginnt zu schmunzeln. Wie auch, wie sollte man einem 6jährigen,
wo zwischen
Weihnachtsmann und Glücklichsein kaum etwas anderes übrig bleibt,
diese Frage
beantworten?
"Ganz einfach. Wenn irgendjemand einen Wunsch ausspricht und dieser
aber so
gewaltig und wunderschön ist, dass keiner in seiner Nähe ihn
jemals erfüllen könnte,
dann wird er in einer solchen Lichtkugel
gefangen und von den kleinen Feen, die wir
dann Glühwürmchen nennen, abgeholt und solange getragen, bis sie
jemanden
gefunden haben, der diesen mächtigen Wunsch erfüllen kann."
Unter dem gutmütigen Schmunzeln des Vaters beginnt der Junge,
sichtlich mit der
Antwort zufrieden, zu lachen.
Einige Wochen später in der Schule; die Lehrerin fragt die Klasse,
ob denn jemand
wisse, warum die Glühwürmchen nur in der Nacht
leuchten. Der kleine Junge meldet
sich:" Ja klar. Weil die Engel ja
auf ihren Sternen am Tag alle schlafen und nur in der
Nacht die
großen Wünsche sehen und erfüllen können."
Alle in der Klasse beginnen zu lachen. Mit Ausnahme der Lehrerin.
Diese hat nämlich
seit ihrem 6. Lebensjahr auch niemals ein
Glühwürmchen gefangen oder getötet. Und
das nur, um ja keinen
mächtigen Wunsch auf seiner Reise zu den Sternen aufzuhalten.
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